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Aktuelles & Informatives

Verordnung des Sozialministeriums zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende zur Eindämmung des Virus SARS-Cov-2 (Corona- Verordnung Einreise-Quarantäne – CoronaVO EQ)1

Auf Grund von § 3a der Corona-Verordnung (CoronaVO) vom 17. März 2020 (GBl. S. 120), die zuletzt durch Verordnung vom 9. April 2020 (notverkündet gemäß § 4 Satz 1 des Verkündungsgesetzes und abrufbar unter https://www.badenwuerttemberg. de/corona-verordnung) geändert worden ist, in Verbindung mit § 32 Satz 1 und 2 in Verbindung mit §§ 28, 29, 30 Absatz 1 Satz 2 und 31 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), das zuletzt durch Artikel 1 des Gesetzes vom 27. März 2020 (BGBl. I S. 587) geändert worden ist, wird verordnet:


§ 1

Häusliche Quarantäne für Ein- und Rückreisende; Beobachtung
(1) Personen, die auf dem Land-, See-, oder Luftweg aus einem Staat außerhalb
der Bundesrepublik Deutschland in das Land Baden-Württemberg einreisen, sind
verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene
Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen
Zeitraum von 14 Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern; dies gilt auch für
Personen, die zunächst in ein anderes Land der Bundesrepublik Deutschland
eingereist sind. Den in Satz 1 genannten Personen ist es in diesem Zeitraum nicht
gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht ihrem Hausstand angehören.
(2) Die von Absatz 1 Satz 1 erfassten Personen sind verpflichtet, unverzüglich die
für sie zuständige Behörde zu kontaktieren und auf das Vorliegen der Verpflichtungen
nach Absatz 1 hinzuweisen. Sie sind ferner verpflichtet, beim Auftreten von
Krankheitssymptomen die zuständige Behörde hierüber unverzüglich zu informieren.
(3) Für die Zeit der Absonderung unterliegen die von Absatz 1 Satz 1 erfassten
Personen der Beobachtung durch die zuständige Behörde.
§ 2

(aufgehoben)

§ 3

Ausnahmen von der häuslichen Quarantäne
(1) Von § 1 Absatz 1 Satz 1 nicht erfasst sind Personen,
1. die beruflich bedingt grenzüberschreitend Personen, Waren und Güter auf der
Straße, der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren,
2. deren Tätigkeit für die Aufrechterhaltung
a) der Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens,
b) der öffentlichen Sicherheit und Ordnung,
c) der Pflege diplomatischer und konsularischer Beziehungen,
d) der Funktionsfähigkeit des Rechtswesens,
e) der Funktionsfähigkeit von Volksvertretung, Regierung und Verwaltung
des Bundes, der Länder und der Kommunen,
f) der Funktionsfähigkeit der Organe der Europäischen Union und
internationaler Organisationen,
g) der Funktionsfähigkeit von Einrichtungen und Unternehmen der
Daseinsvorsorge (Energie- und Wärmeversorgung, Wasserversorgung,
Abwasserbehandlung, Abfallentsorgung)
zwingend notwendig ist; die zwingende Notwendigkeit ist durch den
Dienstherrn oder Arbeitgeber zu prüfen und zu bescheinigen;
3. die sich im Rahmen ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von
Luft-, Schiffs-, Bahn-, oder Busverkehrsunternehmen oder als Besatzung von
Flugzeugen, Schiffen, Bahnen und Bussen außerhalb des Bundesgebiets
aufgehalten haben,
4. die zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch oder
aus Gründen des Besuchs einer Bildungseinrichtung veranlasst in das
Bundesgebiet einreisen, oder
5. die sich weniger als 48 Stunden oder zwingend notwendig und unaufschiebbar
beruflich veranlasst im Ausland aufgehalten haben oder Personen, die einen
sonstigen triftigen Reisegrund haben; hierzu zählen insbesondere soziale
Aspekte wie etwa ein geteiltes Sorgerecht, ein Umgangsrecht, der Besuch des
nicht unter dem gleichen Dach wohnenden Lebenspartners, dringende
medizinische Behandlungen oder Beistand oder Pflege schutzbedürftiger
Personen.
Im Übrigen kann die zuständige Behörde in begründeten Einzelfällen auf Antrag
weitere Befreiungen erteilen.
(2) Unbeschadet des Absatzes 1 gilt § 1 nicht für Personen, die zum Zweck einer
mindestens dreiwöchigen Arbeitsaufnahme in das Land Baden-Württemberg
einreisen, wenn am Ort ihrer Unterbringung und ihrer Tätigkeit in den ersten 14 Tagen
nach ihrer Einreise gruppenbezogen betriebliche Hygienemaßnahmen und
Vorkehrungen zur Kontaktvermeidung außerhalb der Arbeitsgruppe ergriffen werden,
die einer Absonderung nach § 1 Absatz 1 Satz 1 vergleichbar sind, sowie das
Verlassen der Unterbringung nur zur Ausübung ihrer Tätigkeit gestattet ist. Der
Arbeitgeber zeigt die Arbeitsaufnahme vor ihrem Beginn bei der zuständigen Behörde
an und dokumentiert die ergriffenen Maßnahmen nach Satz 1. Die zuständige Behörde
hat die Einhaltung der Voraussetzungen nach Satz 1 zu überprüfen.
(3) § 1 gilt nicht für Angehörige der Streitkräfte und Polizeivollzugsbeamte, die aus
dem Einsatz und aus einsatzgleichen Verpflichtungen im Ausland zurückkehren.
(4) § 1 gilt darüber hinaus nicht für Personen, die nur zur Durchreise aus einem
Staat außerhalb der Bundesrepublik Deutschland in das Land Baden-Württemberg
einreisen; diese haben das Gebiet des Landes Baden-Württemberg auf unmittelbarem
Weg zu verlassen. Die hierfür erforderliche Durchreise durch das Gebiet des Landes
Baden-Württemberg ist hierbei gestattet.
(5) Die Absätze 1 bis 4 gelten nur, soweit die dort bezeichneten Personen keine
Symptome aufweisen, die auf eine Erkrankung mit COVID-19 im Sinne der dafür
jeweils aktuellen Kriterien des Robert-Koch-Instituts hinweisen.

§ 4

Vollzug
Die Zuständigkeit für den Vollzug dieser Verordnung bestimmt sich nach der
Verordnung des Sozialministeriums über Zuständigkeiten nach dem
Infektionsschutzgesetz.

§ 5

Bußgeldvorschrift
Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Absatz 1a Nummer 24 IfSG handelt, wer vorsätzlich
oder fahrlässig
1. sich entgegen § 1 Absatz 1 Satz 1 nicht absondert,
2. sich entgegen § 1 Absatz 1 Satz 1 nicht auf direktem Weg in die eigene
Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft begibt,
3. entgegen § 1 Absatz 1 Satz 2 Besuch empfängt,
4. entgegen § 1 Absatz 2 Satz 1 und Satz 2 die zuständige Behörde nicht oder
nicht rechtzeitig kontaktiert,
5. (aufgehoben)
6. entgegen § 3 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Halbsatz 2 eine unrichtige
Bescheinigung ausstellt,
7. (aufgehoben)
8. entgegen § 3 Absatz 2 Satz 2 die zuständige Behörde nicht informiert, oder
9. entgegen § 3 Absatz 4 Satz 1 Halbsatz 2 das Land Baden-Württemberg nicht
auf unmittelbarem Weg verlässt.

§ 6

Weitergeltung des Infektionsschutzgesetzes und der Corona-Verordnung
Die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes und der Corona-Verordnung bleiben im
Übrigen unberührt.

§ 7

Geltungsdauer
Diese Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung in Kraft. Sie tritt mit Ablauf des
24. Mai 2020 außer Kraft.


Stuttgart, den 10. April 2020
Lucha

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